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Kultur Substrat Aussaat Schädlinge

Es ist eigentlich fast egal, in welchem Substrat Kakteen kultiviert werden. Die Beschaffenheit des Substrates muss aber zu den Bedingungen in der jeweiligen Sammlung und den gepflegten Arten passen.

Das Substrat muss auf jeden Fall möglichst luftdurchlässig sein und diesen Zustand auch auf längere Dauer gewährleisten. Das kann erreicht werden, in dem man z. B. rein künstliche Substrate wie Tongranulate, Perlite oder Bims oder auch die Kultur in reiner Lava vorzieht. In solchen Substraten sind natürlich die Nährstoffe - soweit vorhanden - bereits nach kurzer Zeit verbraucht. Folge: Die Pflanzen kümmern. In solchen Fällen muss unbedingt regelmäßig gedüngt werden.

Daneben schwört natürlich jeder erfahrene Kakteenfreund auf seine eigene Erdmischung. Ich habe in mehr als 30 Jahren Kultur die verschiedensten Mischungen ausprobiert. Sie wurden auch laufend an die Bedingungen in der Sammlung angepasst. Es ist also durchaus ein Unterschied, ob die Kakteen in Fensterbrettkultur gehalten werden oder das ganze Jahr im Gewächshaus stehen.

Das Substrat muss neben der Luftdurchlässigkeit auf jeden Fall eine ausreichende Feuchtigkeitszufuhr gewährleisten.

Im Folgenden gehe ich auf meine aktuelle Erdmischung ein:

1 Teil handelsübliche Rhododendren-Erde (Vorteil: keimfrei und niedriger pH-Wert)

1 Teil Gesteinssplitt (Granodiorit)

1 Teil Katzenstreu (Sepiolith) oder Bims

etwas gut verwitterter Lehm (für Aussaatsubstrat weglassen)

Rhododendren-Erde:

Diese Blumenerde ist in nahezu gleichbleibender Qualität verfügbar (OBI). Der vergleichbar sehr niedrige pH-Wert führt zu sehr guter Wurzelbildung und Nährstoffaufnahme.

Gesteinsplitt:

Aufgrund der örtlichen Verfügbarkeit verwende ich nun Granodiorit als Beimischung in der Korngröße 1 - 3 mm. Es ist sehr mineralhaltig. Es sollte auf keinen Fall fehlen. Bei jeder größeren Straßenbaufirma ist es zu äußerst geringem Preis in verschiedenen Körnungen erhältlich.

Katzenstreu:

Die verschiedenen Versuche aus den letzten Jahren haben ergeben, dass das Katzenstreu mehrere Wirkungen hat. Einerseits dürchlüftet es das Substrat sehr gut, nimmt sehr viel Wasser auf, so dass kaum Staunässe entstehen kann. Daneben liefert es sicher auch noch wertvolle Mineralien. Aber Achtung: Meine Versuche habe ich nur mit dem Katzenstreu in der gelben Tüte - nicht klumpend - durchgeführt.

Bims:

Momentan wird für das bisher gut verfügbare Katzenstreu kein Sepiolith mehr verwendet. Deshalb nutze ich nun alternativ Bims. Auch hier sollte an der "Quelle" zugegriffen werden: Im Baustoffhandel kann es als TS RAAB Trockenschüttung erworben werden, z. B. hier. Manche verwenden Bims sogar als reines Substrat und das ist aufgrund der sehr guten Eigenschaften auch möglich! Naturbims, d. h. das ungewaschene Naturprodukt gibt es z. B. hier.

Lehm:

In meiner Heimat gibt es Lehm in Hülle und Fülle. Jedoch muss der für die Erdmischungen verwendete gut durchgefroren sein und eine krümelige Struktur aufweisen. Tonartiger Lehm aus tieferen Erdschichten ist überhaupt nicht geeignet. Lehm darf aber in einer guten Kakteenerdmischung auf keinen Fall fehlen. Er liefert in Hitzeperioden immer noch ausreichend Feuchtigkeit zum Erhalt der feinen Wurzeln. Gerade in der von mir verwendeten Mischung stellen die darin eingeschlossnen Lehmklümpchen eine gute Nährstoff- und Feuchtigkeitsquelle dar.